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Sedierung
zur Bronchoskopischen Wachintubation:
Tabelle 8:
Sedierung mit Midazolam und Fentanyl (alle Pharmaka i.v.)
1. 25µg
Fentanyl (0,5ml) kurz vor Eintropfen des Nasenostiums
2. 1mg Midazolam 5min später
3. weitere 25µg Fentanyl vor Einsetzen des Oropharyngealtubus
4. bei Zeichen von Angst: 0,5mg Midazolam
5. bei Anzeichen von Schmerz/Irritation: Fentanyl 25µg
Kein Nachdosieren von Fentanyl oder Midazolam, ehe nicht 5 min seit
der letzten Gabe abgewartet worden sind
Tabelle 9: Sedierung mit Midazolam und Alfentanil (alle Pharmaka
i.v.)
1. 250µg
Alfentanil (0,5ml) kurz vor Eintropfen des Nasenostiums
2. 1mg Midazolam 2 min später
3. weitere 250µg Alfentanil vor Einsetzen des Oropharyngealtubus
4. bei Zeichen von Angst: 0,5mg Midazolam
5. bei Anzeichen von Schmerz/Irritation: Alfentanil 250µg
kein Nachdosieren Midazolam, ehe nicht 5 min seit der letzten Gabe
abgewartet worden sind,
kein Nachdosieren von Alfentanil, ehe nicht 1 min seit der letzten
Gabe abgewartet worden ist
Alfentanil sehr langsam injizieren
Tabelle 10: Sedierung mit Remifentanil (nach 46)
1. Patienten
monitieren, Sauerstoff 4l/min
2. Remifentanil 0,1µg/kg/min via Perfusorspritze
3. Xylometazolin + Lidocain 4% nasal
4. Einsetzen des Nasopharyngealtubus
5. Remifentanil auf 0,25µg/kg/min steigern
6. vor Einsetzen der Fiberoptik Remifentanil auf 0,50µg/kg/min
steigern, wenn 0,25µg/kg/min nicht ausreichen
Tabelle 11: Sedierung mit Remifentanil und Propofol (nach 45)
1. Xylometazolin
+ Lidocain 10% nasal
2. Patienten monitieren, Sauerstoff 4l/min
3. Remifentanil 0,05µg/kg/min + Propofol 2mg/kg/h
4. bei Zeichen der Ermüdung (Lidschluss, Schläfrigkeit):
Beginn der Intubation (ca. nach 6min.)
5. bei Zeichen der Abwehr (Husten, RR- oder HF-Anstieg um 20% gegenüber
Ausgangswert):
Steigerung von Remifentanil um 0,5µg/kg/min
6. bei Zeichen zu tiefer Sedierung (Verlust des verbalen Kontakts,
Bradypnoe < 8/min, Atempausen > 15 s):
Remifentanil stoppen oder reduzieren
Diskussion
der verschiedenen Sedierungsmodalitäten:
die zur Zeit gebräuchlichsten Pharmaka zur fiberoptischen Wachintubation
sind Fentanyl und Midazolam (47). Die verwendeten Dosen von Midazolam
sind zum Teil exzessiv (46). Die Wahrscheinlichkeit einer zu tiefen
Sedierung folgt aus der zu raschen Nachdosierung der Pharmaka oder
der primären Verwendung zu hoher Dosen. Der Vorteil von Midazolam
ist die Amnesie, ein Effekt, welcher schon bei geringer Besetzung
der BZD-Rezeptoren, also im unteren Dosisbereich auftritt. Fentanyl
ist unter den kurzwirksamen Opioiden jenes, das am schlechtesten
steuerbar ist. Kaum jemand wird in der klinischen Situation 5 Minuten
abwarten, ehe er Fentanyl repetiert. Die Opioiddosen, die notwendig
sind, um bei der Wachintubation eine ausreichende Antinozizeption
zu erwirken unterliegen einer erheblichen interindividuellen Streuung.
Aus Sicherheitsgründen beginnt man im niedrigen Dosisbereich
und "titriert hinauf". Das würde aber beim langsamen
Fentanyl viel Zeit in Anspruch nehmen.
Alfentanil erreicht bereits 1 Minute nach intravenöser Gabe
sein Wirkmaximum, steht aber wegen seiner Neigung eine Thoraxrigidität
hervorzurufen in schlechtem Ansehen. Die Potenz von Alfentanil erreicht
nur 1/2-1/6 derer des Fentanyl, die atemdepressive Wirkung und antitussive
Wirkung verhält sich zu Fentanyl wie 1/13. Der Vorteil einer
höheren Sicherheit bzgl. Erhalten der Eigenatmung steht also
der Nachteil einer geringeren Reizdämpfung gegenüber.
Alfentanil wirkt stärker kreislaufdepressiv als Fentanyl. Remifentanil
ist in dieser Indikation sicher das Opioid, das sich am besten eignet,
da die nozizeptive Intensität sehr stark wechselt und hohe
Spitzen erreicht. Es ist hervorragend steuerbar. Puchner et al.
(46) haben Remifentanil als Monosubstanz zur fiberoptischen Wachintubation
verwendet. Da keine Synergieeffekte mit anderen Sedativa unter einer
Remifentanil-Monosedierung auftreten, sind höhere Plasmakonzentrationen
notwendig. Die Autoren weisen darauf hin, das es bei einer Flussrate
von 0,25µg/kg/min nur eine Frage der Zeit ist, bis die Atemfrequenz
fällt bzw. eine Apnoephase eintritt. Remifentanil als Monosubstanz
hat aber eine nur gering sedierende Wirkung und die Patienten bleiben
in der Lage, einer Aufforderung zu Atmen Folge zu leisten (Kommandoatmung).
Husten oder Kreislaufreaktionen sind in diesem Dosisbereich von
Remifentanil praktisch nicht mehr zu beobachten (46). Verglichen
mit einer Midazolam-Fentanyl-Sedierung erscheinen die mit Remifentanil
analgesierten Patienten wacher, benötigen aber mehr verbale
Führung in ihrer Atemtätigkeit, die Sedierungstiefe der
Fentanyl-Midazolam-Gruppe scheint augenscheinlich intensiver zu
sein, wurde jedoch nicht quantifiziert (46). Unter alleiniger Remifentanil-Sedierung
besteht für den Vorgang der Intubation (vor allem für
den Beginn) eher eine Erinnerung (46), als wenn mit Midazolam kombiniert
wird. Wilhelm et al. (48) haben eine Monoanalgesie mit Remifentanil
0,25µg/kg/min an 50 Frauen für die IVF untersucht und
konnten danach bei allen Patientinnen eine vollständige Erinnerung
an den Eingriff feststellen. Neidhart et al. (45) überprüften
eine Kombination von Remifentanil und Propofol. Die Kombination
der Substanzen macht naturgemäß eine Dosisreduktion des
Remifentanil erforderlich. Propofol findet auch bolusartig in Dosen
von 5-20mg zur Wachintubation Verwendung. Das Auftreten von Apnoen
wird sich bei bolusartiger Gabe von Propofol erhöhen. Von der
kombinierten bolusartigen Verabreichung von Remifentanil-Propofol
muss dringlich abgeraten werden. Bei 6/40 Patienten im untersuchten
Kollektiv trat in der Beobachtung von Neidhart et al. eine Hypoventilation
auf, die mit Hilfe der Kapnographie rechtzeitigt erkannt werden
konnte, so dass kein Patient hypoxisch oder hyperkapnisch wurde
(45). Wenn Propofol in einer Dosis von 1,5-3mg/kg/h zugeführt
wird, stellt sich eine Sedierung ohne signifikante Reduktion des
Atemminutenvolumens ein (49). In der kombinierten Anwendung von
Propofol und Remifentanil in den o.g. Dosen trat die beginnende
Schläfrigkeit mit zunehmendem Lidschluss im Mittel nach 5,6±1,45min.
ein (45). Bei 29/40 Patienten konnte die primär eingestellte
Remifentanilrate beibehalten werden, bei 5 musste sie auf 0,1µg/kg/min
erhöht werden. Husten wurde in 87% der Fälle als fehlend
oder leicht klassifiziert. Die Pharmakokinetik von Propofol würde
nahe legen, eher mit einer höheren Dosis zu beginnen und diese
dann zu reduzieren. Eine target-controlled-infusion (TCI-DiprifusorÔ)
in Kombination mit Remifentanil wurde bisher noch nicht untersucht.
Eine Kombination von Remifentanil mit niedrig dosiertem Midazolam
(1-2mg) wäre ebenso ein interessantes Konzept. Die Remifentanyldosis
müsste um 75% reduziert werden, der Vorteil wäre die Anxiolyse
und Amnesie durch Midazolam.
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Text gering modifiziert aus Weixler/Paulitsch: Praxis der Sedierung,
Facultas-WUV Wien 2003
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